Soll ja zu den Top 3 Cocktailbars in Berlin gehören und geistert fortwährend durch die einschlägige Presse. Da will ich hin! Das muss ich sehen! Los geht’s wir stehen am Potsdamer Platz und nehmen den Weg über den Eingangswächter der uns sehr freundlich die Tür aufhält und uns noch ein Stück in die Richtung der Bar geleitet.

Platz gibt es am frühen Abend noch genug, wir lassen uns in sehr bequemen Clubsesseln nieder und studieren die in Buchform gehaltene Cocktailkarte. Es ist schön duster hier und ich fühle mich gleich als Teil der Bar – in der Dunkelheit ist man geborgen, dem Lesen der Karte allerdings nicht sehr zuträglich aber ich habe mich ja vorher schon im Netz umgeschaut und kenne mein Eröffnungsdrink schon. Der geht etwa so: Jasmin Blüten Tanquerai Minze Zitrone Rose Honig und Mango. Er kommt in einem Retro Glas daher welches man bestimmt nicht überall reichen kann. Perfekt und ausgewogen lässt sich der Drink an… und die Spannung des Tages fällt vollends ab um noch tiefer in diese filmreife Kulisse einzutauchen zu können. Der Old Cuban den einer meiner Mitbesucher/innen zu sich nimmt ist so beeindruckend wie der, den ich letzte Woche von Marco bekommen habe.

Selbst die Preise sehe ich vor diesem Szenario als angemessen. Sagen wir meist 14 Euro die mit Champagner noch etwas mehr. Selbstredend wird in einer Etagere „Knabberspass“ gereicht. Ich habe in der Karte den Aviation ausgemacht welcher schon immer meine Beachtung fand. Er ist wunderbar gekühlt, straight,  in einer Coupette, lila Farbe mit der vollen Wucht des Veilchens (Creme de Violette) jedoch ist der Gin und die Kirsche noch präsent und wird von der Limette sauber in der Balance gehalten. Den will ich bei mir in der Bar auch wieder kultivieren! Jetzt setzt fast schon eine Reizüberflutung ein und ich erkundige mich welche offenen Champagner angeboten werden. Ein Glas Moet wird mir gut tun! Dieses Glas beflügelt mich zusehends während eine meine Begleiter/innen sich ein Törtchen reichen lässt.

Beschwingt vom Champagner trete ich den Weg zum Austreten an. Dort fühlen sich kleine Frotteehandtücher die im Mengen, gerollt, zur einmal Benutzung bereitliegen und Handcreme wie Wellnessurlaub an. Als ich den gewohnten Weg zurück in meinen Sessel einschlagen will fallen mir Flaschen unter Glocken und Dufttiegel auf welche mich vom Weg abbringen und großartiges offenbaren: Noch eine Lounge! Mit houseigem Sound, Säulen und Sitzecken zwischen Spiegeln die alles endlos wirken lassen – mir fällt sofort das Wort „Speakeasybar“ ein.

Begeistert erzähle ich den Mitstreiter/innen von Der Entdeckung und das ich sofort dorthin umlagern wolle. Sei kein Problem sagt auch die Bedienung man schicke unsere bisherige Rechnung nach hinten.

Kurz gefasst funktionierte das in dieser „Fragrance Bar“ dann so: Es gibt keine Karte in Schriftform. Du trittst in einen Korridor in dem werden etwa 16 Cocktails museal angeboten. Indem du erst den Duft eines Parfums schnupperst wird dir die Richtung des Drinks vorgegeben. Uns wurde zum Beispiel gesagt „und dieser Duft hat was von nach Hause kommen“, dieser Satz gefiel mir ganz gut. Dann hängt da noch ein Foto des Drinks, du siehst die Basisspirituose unter einer Glocke und verschiedenste Einzelkomponenten wie etwa Vanille, Kardamom etc. Der von mir bestellte Cocktail wurde dann in einem kleinen beleuchteten Schrank der die Flüssigkeit in einem Zylinder mit essbarem Strohhalm barg an den Tisch gebracht. Hört sich jetzt an wie im Traum oder Märchen, gell? Bei so viel Kunst verkommt das Getränk selber fast zur Nebensache.

Das ist alles ganz großes Kino und sollte bei Jedem der ein Faible für so was hat und sich in B aufhält auf dem Programm stehen… Cocktailparadies, mehr wie sehr einfallsreich sind nur zwei Bezeichnungen die dieses Superlativ genau treffen. Übrigens hat mir ein Cocktail mit Weihrauch in einer Vase kredenzt mal gar nicht geschmeckt – der wurde ohne Diskussionen und Berechnung zurückgenommen. Wahrscheinlich liegt das aber an meinem Aber gegen die katholische Kirche.

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